Die meisten Patienten mit Lebertumoren können durch eine Operation nicht geheilt werden, und eine Chemotherapie allein beseitigt die Tumoren nur selten. In der VITUS Privatklinik greifen wir den Tumor deshalb gleichzeitig von zwei Seiten an: mit einer Chemotherapie, die über die tumoreigenen Arterien verabreicht wird, und mit einer präzisen Ablation durch die Haut. Ohne Schnitt, unter Schonung der gesunden Leber und schonend für den Patienten.
Prof. Dr. Attila Kovacs · Chefarzt Interventionelle Radiologie, VITUS Privatklinik · Oktober 2026
866.000
Neuerkrankungen an primärem Leberkrebs weltweit im Jahr 2022
≈ 1 von 4
Patienten mit Darmkrebs entwickelt innerhalb von fünf Jahren Lebermetastasen
Zwei Wege
Chemoperfusion über die Arterie und Ablation durch die Haut, ohne offene Operation
Wie häufig sind primäre und sekundäre Lebertumoren?
Primärer Leberkrebs entsteht in der Leber selbst. Die häufigste Form ist das hepatozelluläre Karzinom (HCC). Es entwickelt sich meist in einer Leber, die bereits durch eine Zirrhose, eine Hepatitis B oder C, Alkohol oder eine Fettlebererkrankung vorgeschädigt ist. 2022 gab es weltweit etwa 866.000 Neuerkrankungen und 759.000 Todesfälle. Damit ist Leberkrebs die sechsthäufigste Krebserkrankung. World Cancer Research Fund
Sekundäre Lebertumoren, also Lebermetastasen, stammen von Krebserkrankungen an anderer Stelle im Körper: am häufigsten von Dick- und Enddarm, aber auch von Brust, Bauchspeicheldrüse, Magen, Lunge und neuroendokrinen Tumoren. In westlichen Ländern sind sie weitaus häufiger als primärer Leberkrebs. In einer bevölkerungsbezogenen Kohorte aus Stockholm wurden bei 26,5 % der Patienten mit Darmkrebs innerhalb von fünf Jahren Lebermetastasen festgestellt. Engstrand et al., BMC Cancer 2018
Warum reichen Operation und Chemotherapie oft nicht aus?
Die Operation bietet die besten Heilungschancen, kommt aber nur für eine Minderheit infrage. Die Chemotherapie erreicht jeden Patienten, behandelt dafür aber den ganzen Körper, um einen Tumor in einem einzigen Organ zu treffen.
Wo liegen die Grenzen der Leberchirurgie?
- Wenige geeignete Patienten. Anzahl und Lage der Tumoren, die Leberfunktion oder der Allgemeinzustand schließen eine Operation häufig aus. In einer Serie von Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen waren zu Beginn nur 22 % operabel. Gastroenterology Res 2016
- Ein großer Eingriff. Die Entfernung von Lebergewebe birgt Risiken wie Blutungen, Gallelecks und Leberversagen, besonders bei einer zirrhotischen Leber.
- Häufige Rückfälle. Nach der Entfernung kolorektaler Metastasen erleiden 50–75 % der Patienten innerhalb von zwei Jahren einen Rückfall. Übersichtsarbeit, 2015 Nach der Resektion eines HCC trat in einer klassischen Serie bei etwa 80 % innerhalb von fünf Jahren ein Rezidiv auf. Arch Surg 1994
Wo liegen die Grenzen der systemischen Chemotherapie?
- Geringe Dosis im Tumor. Das Medikament verteilt sich im ganzen Körper, nur ein Bruchteil erreicht den Lebertumor.
- Nebenwirkungen im ganzen Körper. Blutbild, Nerven, Darm und Haut tragen die Belastung. Unter der aktuellen Standard-Erstlinientherapie des fortgeschrittenen HCC, Atezolizumab plus Bevacizumab, traten bei 43 % der Patienten therapiebedingte Nebenwirkungen vom Grad 3–4 auf. IMbrave150
- Allein selten heilend. Dieselbe Therapie verlängerte das mediane Überleben auf 19,2 Monate gegenüber 13,4 Monaten mit Sorafenib: ein echter Fortschritt, aber keine Heilung.
Wie greift eine zweigleisige Behandlung einen Lebertumor an?
Lebertumoren haben eine Schwachstelle. Gesundes Lebergewebe wird überwiegend über die Pfortader versorgt, Tumoren beziehen ihr Blut dagegen größtenteils aus der Leberarterie. Über einen Katheter in der Leberarterie und von dort in den kleinen Arterien, die den Tumor versorgen, lässt sich die Chemotherapie deshalb in hoher Konzentration direkt in den Tumor bringen, während die gesunde Leber und der übrige Körper geschont werden.
Anschließend zerstört die perkutane Ablation den Tumor von innen: Eine dünne Sonde wird durch die Haut in den Tumor eingeführt, und Mikrowellen- oder Radiofrequenzenergie erhitzt ihn, bis das Tumorgewebe abstirbt. Ein Schnitt ist dafür nicht nötig.
Warum lässt ein Angriff von zwei Seiten dem Tumor kaum Ausweichmöglichkeiten?
Ein Tumor übersteht eine einzelne Behandlung, indem er ihr ausweicht: Zellen am Rand entgehen der Hitze, eine versorgende Arterie ernährt sie weiter, oder kleine Satellitenherde liegen außerhalb des behandelten Bereichs. Der zweigleisige Ansatz verschließt diese Fluchtwege gleichzeitig.
Was leistet die Behandlung über die Arterie?
- Die Chemotherapie erreicht den Tumor in hoher Konzentration über seine eigene Blutversorgung
- Sie erreicht auch den Tumorrand und kleine Satellitenherde
- Ein verminderter Blutfluss bedeutet, dass bei der Ablation weniger Wärme abtransportiert wird
Was leistet die Behandlung durch die Haut?
- Die Ablationssonde zerstört den Tumorkern direkt
- Die Navigation platziert sie millimetergenau nach Plan
- Eine CT-Kontrolle in derselben Sitzung prüft, ob der gesamte Tumor erfasst ist
Keine Behandlung kann versprechen, dass jede Krebszelle beseitigt wird. Wird der Tumor aber in einer Sitzung über seine Blutversorgung und direkt in seinem Kern angegriffen, bleiben ihm weit weniger Ausweichmöglichkeiten als bei jeder der beiden Methoden allein.
Ist die Kombination besser als jede Behandlung für sich?
Jede Methode gleicht die Schwäche der anderen aus. Die Ablation ist bei kleinen Tumoren sehr wirksam, an den Rändern größerer Tumoren aber weniger zuverlässig, weil der Blutfluss dort die Wärme abführt. Die Chemoperfusion erreicht Tumorzellen am Rand und kleine Satellitenherde, die die Sonde nicht erfasst, und eine gedrosselte Blutversorgung kann die Wirkung der Hitze verstärken.
Die Studienlage stützt das. In einer randomisierten Studie mit 189 Patienten mit HCC bis 7 cm erhöhte die zusätzliche Chemoembolisation zur Radiofrequenzablation das Vier-Jahres-Überleben von 45,0 % auf 61,8 % und das rezidivfreie Überleben von 38,9 % auf 54,8 %. Peng et al., J Clin Oncol 2013
Randomisierte Studie, HCC < 7 cm
Nur Ablation
Chemoembolisation + Ablation
Gesamtüberleben nach 4 Jahren
45,0 %
61,8 %
Rezidivfreies Überleben nach 4 Jahren
38,9 %
54,8 %
Warum ist die Behandlung minimalinvasiv und schonend?
Beide Schritte erfolgen durch die Haut, ohne den Bauchraum zu öffnen:
- Kein Schnitt. Der Katheter wird über eine kleine Punktion in der Leiste oder am Handgelenk eingeführt, die Ablationssonde ist eine dünne Nadel, die durch die Haut gesetzt wird.
- Die gesunde Leber wird geschont. Behandelt werden nur der Tumor und ein Sicherheitsabstand. So bleibt die Leberfunktion erhalten, was besonders bei einer durch Zirrhose oder Chemotherapie vorgeschwächten Leber wichtig ist.
- Weniger Chemotherapie im Körper. Weil das Medikament direkt in den Tumor gelangt, sind die Gesamtdosis im Körper und ihre Nebenwirkungen geringer als bei einer systemischen Chemotherapie.
- Kurze Erholung. In der Berner Navigationsserie betrug der mediane Krankenhausaufenthalt nach der Ablation einen Tag, schwerwiegende Komplikationen traten bei 2 % der Eingriffe auf. Frontiers in Oncology 2020
- Wiederholbar. Treten später neue Tumoren auf, kann die Behandlung wiederholt werden. Nach einer großen Leberoperation ist das nur selten möglich.
- Kombinierbar. Sie lässt sich mit einer systemischen Therapie verbinden, vor oder nach einer Operation einsetzen oder dann, wenn eine Operation nicht möglich ist.
Welche Technik macht die Behandlung präzise?
Eine kombinierte Behandlung ist nur so gut wie die Präzision jedes einzelnen Schritts. In der VITUS Privatklinik erfolgen beide Teile in einer Sitzung, in einem Raum und mit zwei Technologien, die zusammenarbeiten.
Was bringt ein Hybrid-Angio-CT?
Unser Eingriffsraum verbindet eine Angiographieanlage mit einem vollwertigen Computertomographen (CT). Während des Eingriffs kann über den Katheter Kontrastmittel direkt in die Leberarterie gegeben und die Leber im selben Moment im CT untersucht werden. So wird sichtbar, welche Arterien den Tumor versorgen, kleine Herde werden entdeckt, die der Standardbildgebung entgehen, und es lässt sich prüfen, ob der behandelte Bereich vollständig erfasst ist, ohne den Patienten umzulagern. In der Leber hat diese Technik beim Aufspüren von Tumoren die herkömmliche CT, MRT und PET-CT übertroffen. Narrative Übersichtsarbeit, 2025
Wie führt die stereotaktische Navigation CAS-One die Ablation?
Für die Ablation nutzen wir das Navigationssystem CAS-One von CAScination. Es plant den Weg jeder Sonde auf den CT-Bildern, verfolgt die Sonde beim Einführen optisch und überprüft ihre Position, bevor Energie abgegeben wird, ähnlich einem Navigationsgerät für die Nadel. In einer Serie von 301 Lebertumoren, die am Universitätsspital Bern behandelt wurden, lag die Sondenspitze im Median 2,9 mm von der geplanten Position entfernt, und 96 % der Tumoren waren am Behandlungstag vollständig erfasst. Eine Tumorgröße über 3 cm und eine Sondenabweichung über 5 mm waren die stärksten Vorhersagefaktoren für einen frühen Rückfall. Frontiers in Oncology 2020
Warum das wichtig ist. Präzision zählt genau dort am meisten, wo die Ablation allein am schwächsten ist: bei größeren Tumoren und in schwierigen Lagen nahe dem Zwerchfell oder großen Gefäßen. Die Navigation hält die Sonde im Ziel, und die Chemoperfusion behandelt den Rand, den die Sonde nicht erreicht.
Wie läuft die Behandlung Schritt für Schritt ab?
- Planung. Auswertung Ihrer MRT- und CT-Bilder sowie Blutwerte und Besprechung, ob die Kombination für Sie geeignet ist.
- Chemoperfusion. Über eine kleine Punktion in der Leiste oder am Handgelenk wird ein Katheter in die Leberarterie und die tumorversorgenden Gefäße geführt. Die Chemotherapie wird unter Angio-CT-Kontrolle direkt in den Tumor gegeben.
- Navigierte Ablation. Die Ablationssonde wird im CT geplant, mit stereotaktischer Navigation durch die Haut eingeführt und ihre Position vor der Behandlung überprüft.
- Kontrolle. Eine CT-Aufnahme im selben Raum bestätigt, dass der Tumor und ein Sicherheitsabstand erfasst sind.
- Nachsorge. Bildgebung in regelmäßigen Abständen. Treten neue Tumoren auf, kann die Behandlung wiederholt werden.
Häufige Fragen zur Behandlung von Lebertumoren
Antworten auf die Fragen, die uns Patienten am häufigsten stellen. Wählen Sie eine Frage aus, um die Antwort zu sehen.
Ein Lebertumor ist eine Gewebewucherung in der Leber. Primäre Lebertumoren entstehen in der Leber selbst, meist als hepatozelluläres Karzinom (HCC). Sekundäre Lebertumoren, also Lebermetastasen, haben sich von Krebserkrankungen an anderer Stelle ausgebreitet, am häufigsten vom Dick- oder Enddarm.
Primärer Leberkrebs ist weltweit die sechsthäufigste Krebserkrankung, mit etwa 866.000 Neuerkrankungen und 759.000 Todesfällen im Jahr 2022 (World Cancer Research Fund, GLOBOCAN 2022).
Ja. In westlichen Ländern sind Lebermetastasen weitaus häufiger als primärer Leberkrebs. In einer bevölkerungsbezogenen Studie aus Stockholm wurden bei 26,5 % der Patienten mit Darmkrebs innerhalb von fünf Jahren Lebermetastasen festgestellt.
Ein HCC entsteht meist in einer Leber, die durch eine chronische Erkrankung geschädigt ist: Zirrhose, Hepatitis B oder C, starker Alkoholkonsum oder eine Fettlebererkrankung. Regelmäßige Kontrollen bei Risikopersonen helfen, Tumoren früh zu entdecken, wenn sie am besten behandelbar sind.
Eine Operation scheidet aus, wenn es zu viele Tumoren gibt, wenn sie nahe an großen Gefäßen liegen, wenn zu wenig gesunde Leber übrig bliebe oder wenn der Allgemeinzustand des Patienten einen großen Eingriff nicht zulässt. In einer Serie von Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen waren zu Beginn nur 22 % operabel.
Rückfälle sind häufig. Nach der Entfernung kolorektaler Lebermetastasen erleiden 50–75 % der Patienten innerhalb von zwei Jahren einen Rückfall. Nach der Resektion eines HCC trat in einer klassischen Serie bei etwa 80 % innerhalb von fünf Jahren ein Rezidiv auf.
Das Medikament verteilt sich im ganzen Körper, sodass nur ein kleiner Teil den Tumor erreicht, während Nebenwirkungen Blutbild, Nerven, Darm und Haut betreffen. Unter der aktuellen Standard-Erstlinientherapie des fortgeschrittenen HCC traten bei 43 % der Patienten schwere (Grad 3–4) therapiebedingte Nebenwirkungen auf.
Bei der Chemoperfusion wird die Chemotherapie über einen Katheter in der Leberarterie und, wo möglich, in den kleinen Arterien gegeben, die den Tumor versorgen. Weil Lebertumoren ihr Blut überwiegend aus der Leberarterie beziehen, erreicht das Medikament den Tumor in hoher Konzentration, während die gesunde Leber und der übrige Körper deutlich weniger davon abbekommen.
Bei beiden wird die Chemotherapie über die Leberarterie verabreicht. Bei der Chemoembolisation wird das Medikament mit Partikeln oder einem öligen Mittel kombiniert, die zusätzlich den Blutfluss zum Tumor verlangsamen oder blockieren. Die Chemoperfusion setzt vor allem auf das Medikament selbst. Welches Verfahren besser ist, hängt von der Tumorart und dem Zustand der Leber ab.
Ja, bei geeigneten Patienten mit einem HCC, das nicht operativ entfernt werden kann. In einer 2002 im Lancet veröffentlichten randomisierten Studie senkte die Chemoembolisation das Sterberisiko im Vergleich zu einer rein symptomatischen Behandlung um etwa die Hälfte. Die Studie wurde wegen dieses Vorteils vorzeitig beendet.
Eine dünne Sonde wird unter Bildkontrolle durch die Haut in den Tumor eingeführt. Mikrowellen- oder Radiofrequenzenergie erhitzt dann den Tumor, bis das Tumorgewebe abstirbt. Ein Schnitt ist nicht nötig.
Beide Verfahren sind etabliert. In einer randomisierten Phase-2-Studie bei HCC und kolorektalen Metastasen von 1,5–4 cm unterschied sich das lokale Tumorwachstum nach zwei Jahren nicht signifikant (21 % mit Mikrowelle, 12 % mit Radiofrequenz). Die Wahl hängt von Größe und Lage des Tumors sowie von benachbarten Gefäßen ab.
Bei kleinen Tumoren kann sie eine Alternative sein. In der COLLISION-Studie zu kolorektalen Lebermetastasen bis 3 cm erreichte die thermische Ablation ein mit der Operation vergleichbares Gesamtüberleben, bei deutlich weniger Nebenwirkungen (19 % gegenüber 46 %) und ohne behandlungsbedingte Todesfälle, gegenüber drei nach der Operation.
Jede Methode gleicht die Schwachstelle der anderen aus. Die Ablation zerstört den Tumorkern, ist an den Rändern größerer Tumoren aber weniger zuverlässig, weil der Blutfluss dort die Wärme abführt. Die Chemoperfusion erreicht den Rand und kleine Satellitenherde, die die Sonde nicht erfasst. Gemeinsam lassen sie dem Tumor weit weniger Ausweichmöglichkeiten.
Ja, beim HCC. In einer randomisierten Studie mit 189 Patienten mit Tumoren bis 7 cm erhöhte die zusätzliche Chemoembolisation zur Radiofrequenzablation das Vier-Jahres-Überleben von 45,0 % auf 61,8 %. Für Metastasen anderer Krebserkrankungen ist die Studienlage weniger umfangreich.
Das hepatozelluläre Karzinom und Lebermetastasen, zum Beispiel von Darmkrebs, neuroendokrinen Tumoren oder anderen Krebserkrankungen. Ob die Behandlung infrage kommt, hängt von Anzahl, Größe und Lage der Tumoren ab, von der Leberfunktion und davon, ob sich der Krebs außerhalb der Leber ausgebreitet hat.
Die Eingriffe erfolgen in Narkose oder unter Sedierung, sodass Sie die Behandlung selbst nicht spüren. Danach haben manche Patienten einige Tage Schmerzen im Oberbauch, die mit Schmerzmitteln behandelt werden.
Nach einer Chemoembolisation sind Schmerzen, Fieber und Übelkeit in den ersten Tagen häufig. Man spricht vom Postembolisationssyndrom, vorbeugende Medikamente mildern es deutlich. Nach der navigierten Ablation traten in einer großen Serie bei 5 % der Eingriffe Komplikationen auf, schwerwiegende bei 2 %.
In der Regel nur kurz. Nach der navigierten Ablation betrug der mediane Krankenhausaufenthalt in der Berner Serie einen Tag. Wie lange Ihr Aufenthalt genau dauert, hängt von der kombinierten Behandlung ab und wird vorher mit Ihnen besprochen.
Ja. Treten später neue Tumoren auf, können Chemoperfusion und Ablation wiederholt werden. Nach einer großen Leberoperation ist das nur selten möglich.
Ja. Die Behandlung kann parallel zu einer systemischen Therapie, vor oder nach einer Operation oder dann eingesetzt werden, wenn eine Operation nicht möglich ist. Der Behandlungsplan wird mit Ihrem Onkologen abgestimmt.
Es verbindet eine Angiographieanlage und einen vollwertigen CT-Scanner in einem Raum. Kontrastmittel kann direkt in die Leberarterie gegeben und die Leber im selben Moment untersucht werden. So werden die tumorversorgenden Gefäße sichtbar, kleine Herde entdeckt und es wird bestätigt, dass der behandelte Bereich vollständig erfasst ist, ohne den Patienten umzulagern.
CAS-One von CAScination ist ein Navigationssystem für die Ablation. Es plant den Weg jeder Sonde auf CT-Bildern, verfolgt die Sonde beim Einführen optisch und überprüft ihre Position, bevor Energie abgegeben wird. In einer Serie von 301 Lebertumoren lag die Sondenspitze im Median 2,9 mm von der geplanten Position entfernt.
Weil ein Tumor, der nicht vollständig erfasst ist, nachwachsen kann. In der Berner Serie waren eine Sondenabweichung über 5 mm und eine Tumorgröße über 3 cm die stärksten Vorhersagefaktoren für einen frühen Rückfall an der Ablationsstelle.
Eine CT-Aufnahme im selben Raum bestätigt am Ende des Eingriffs, dass der Tumor und ein Sicherheitsabstand erfasst sind. Danach überprüft eine Bildgebung in regelmäßigen Abständen das Ergebnis und sucht nach neuen Tumoren.
Ihre aktuellsten CT- oder MRT-Bilder (als Dateien, nicht nur als Befundberichte), die radiologischen und pathologischen Befunde, aktuelle Blutwerte einschließlich der Leberwerte und eine Zusammenfassung der bisherigen Behandlungen.
Rufen Sie uns unter 069 50 50 00 980 an oder schreiben Sie an info@vitusprivatklinik.com. Wir prüfen Ihre Befunde und besprechen in einer Online-Sprechstunde, ob die zweigleisige Behandlung für Sie infrage kommt.

Wer behandelt mich? Prof. Dr. Attila Kovacs
Chefarzt Interventionelle Radiologie, VITUS Privatklinik, Offenbach
Prof. Kovacs ist Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der minimalinvasiven Therapie. Er leitet außerdem die Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie der WEGE Klinik in Bonn (ehemals Robert Janker Klinik).
Ausbildung und Werdegang
- Medizinstudium in Kiel und Heidelberg
- Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Universitätsklinikum Bonn, 2000–2009
- Universität zu Lübeck, 2010–2012
- Facharzt für Radiologie 2005, Neuroradiologie 2009, Habilitation 2012
- CODMAN-Preis der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie, 2011
Verfahren
- Transarterielle Chemoembolisation (TACE) und Chemoperfusion
- Radiofrequenz-, Mikrowellen- und Kryoablation
- Elektrochemotherapie
- Embolisation von Prostata-, Gebärmutter- und Gelenkarterien
- Kyphoplastie und Sakroplastie
Mitgliedschaften
- DRG, DeGIR, ESR, CIRSE, ESMINT, RSNA
Ist diese Behandlung für meinen Lebertumor geeignet?
Senden Sie uns Ihre Bilder und Befunde und besprechen Sie in einer Online-Sprechstunde, ob Chemoperfusion und navigierte Ablation für Sie infrage kommen.
- Primärer Leberkrebs (HCC) und Lebermetastasen
- Chemoperfusion und Ablation in einer Sitzung
- Hybrid-Angio-CT und stereotaktische Navigation
- Auswertung vorhandener CT-, MRT- und PET-Befunde
Literatur
- World Cancer Research Fund: liver cancer statistics (GLOBOCAN 2022)
- Engstrand et al. Colorectal cancer liver metastases: a population-based study. BMC Cancer 2018
- Treatment of liver metastases from colorectal cancer: medico-surgical strategies. Gastroenterology Research 2016
- Recurrence after hepatic resection in colorectal cancer liver metastasis: review
- Chen et al. Recurrence of hepatocellular carcinoma after hepatic resection. Arch Surg 1994
- IMbrave150 updated survival data, Cancer Network
- Peng et al. RFA with or without TACE for HCC: randomised trial. J Clin Oncol 2013
- Hybrid angio-CT with DICI-CT in interventional oncology: a narrative review
- Stereotactic image-guided microwave ablation of liver tumours: accuracy and outcomes. Frontiers in Oncology 2020
- Llovet et al. Arterial embolisation or chemoembolisation versus symptomatic treatment in unresectable HCC. Lancet 2002
- COLLISION trial: thermal ablation versus surgical resection of small colorectal liver metastases. Lancet Oncology 2025
- Microwave versus radiofrequency ablation for liver malignancies: randomised phase 2 trial. Scientific Reports 2022
- Prevention of post-embolization syndrome after TACE: retrospective analysis. BMC Gastroenterology 2021
Dieser Artikel fasst veröffentlichte Forschungsergebnisse zur Patienteninformation zusammen. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Ob eine Behandlung infrage kommt, hängt von den individuellen Befunden ab.